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Alles geht den Bach runter! Jetzt schnell raus!?

21. September 2022

Wie reagiere ich als Anleger auf Krisen und Abschwungphasen?

Wir schreiben das Jahr 2022. Die ersten sechs Monate des Jahres gehen als eines der schwächsten Halbjahre in die Börsengeschichte ein.


In der Ukraine herrscht Krieg. Putin dreht das Gas ab. Für Deutschland wird eine Rezession vorausgesagt. Die EZB erhöht die Zinsen. Der Bausektor strauchelt. China ist im Dauerlockdown. Die Inflation frisst unser Geld. Ist jetzt nicht höchste Zeit die Reißleine zu ziehen und alle seine Aktien, ETFs und Fonds zu verkaufen?


Ganz im Gegenteil! Vor allem junger Anleger sollten sogar auf die Knie fallen und für einen Crash beten, sagt Aktienexperte Gerd Kommer.

Marktkorrekturen als wiederkehrende Chance

Doch der Reihe nach. Marktkorrekturen und Einbrüche treten mit erstaunlicher Regelmäßigkeit auf. Im Schnitt der letzten 120 Jahre gab es durchschnittlich jedes Jahr einen Einbruch von mindestens 10%. Die Korrektur hat dabei durchschnittlich 54 Tage gedauert. Alle 3-5 Jahre gab es eine längere Abwärtsphase (Bärenmarkt). Daher ist es statistisch gesehen gar nicht so ungewöhnlich was gerade passiert. Und "schwere Krisen" gab es auch schon immer wie du unten sehen kannst. Häufig ohne nachhaltige Wirkung auf die Aktienkurse.

Für langfristige Anlagen empfehlen Experten breit gestreute (regelmäßige) ETF-Sparpläne. Und je früher man damit anfängt, umso besser. Dabei sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass man um einen Abschwung oder sogar Crash herumkommt. Das Beste ist einfach los zu legen, einen Sparplan aufzusetzen und in diesen regelmäßig zu investieren. Was zwischenzeitlich passiert, lässt man einfach unbeachtet.


Als junger Anleger hat man verdammt viel Zeit, Börsenabschwünge auszusitzen. Jede Krise bietet dabei die großartige Chance, für vielleicht viele Jahre günstiger zu investieren als es bei immer nur steigenden Kursen der Fall wäre. Da man in kleinen monatlichen Häppchen investiert, verteilt man sein Risiko auf viele monatliche Sparraten. Vorteil: Man kauft niemals alles zum Höchstkurs und bei sinkenden Kursen kann man günstiger nachkaufen. Im Fachjargon wird hier vom Cost-Average-Effekt gesprochen. 

Die größte Gefahr ist....

Die größte Gefahr ist nicht die Korrektur im Markt, sondern nicht im Markt zu sein. Gegenbewegungen nach starken Einbrüchen oder spontane Anstiege (teilweise ohne rational erklärbare Gründe) sind häufig so heftig, dass es dich große Teile der Rendite kosten würde, nicht investiert zu sein und zu versuchen zum richtigen Zeitpunkt wieder in den Markt zu gehen. Nach einer Berechnung des Schwab Center for Financial Research hat der S&P500 (US-Aktien) von 1996-2015 eine jährliche Durchschnittsrendite von 8,2% erwirtschaftet. Wäre man nur an den 20 besten Börsentagen nicht investiert gewesen, würde diese Rendite auf 2,1% p.a. zusammen rauschen. Weißt du im Vorfeld wann diese Tage sind? Ich nicht!

Welche Ausnahmen gibt es?

Gibt es auch Anleger die jetzt vorsichtig sein sollten? Ja die gibt es, nämlich Anleger mit kurzem Anlagehorizont. Niemand kann sagen wie lang ein Abwärtstrend anhält. Hat man als Anleger wenig Zeit und benötigt zeitnah sein Geld um zum Beispiel eine Anschaffung zu tätigen oder einen Kredit abzulösen, sollte das Risiko systematisch reduziert werden. Das kann beispielsweise erfolgen, in dem man schrittweise sein Risiko auflöst und in sicherere Anlageformen (z.B. Cash) geht, je näher man sich dem Zeitpunkt nähert, an dem man sein Geld wieder benötigt.


Fazit:

Für alle anderen heißt es Durchatmen und die Abschwungphase als das betrachten was sie ist: Eine regelmäßig wiederkehrend Marktphase mit ausgezeichneten Chancen seine Rendite langfristig zu steigern. Man muss nur eines machen: Weiterhin im Spiel bleiben.

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